Züchten oder nicht?

Jeder, der einen Hund hat, musste sich beim Kauf zwischen einem Rüden und einer Hündin entscheiden. Faktoren, die bei dieser Entscheidung eine Rolle spielen, sind unter anderem: persönliche Vorlieben, der Wunsch, mit dem Hund zu züchten oder nicht, sowie (vermeintliche) Unterschiede im Verhalten und Charakter zwischen Rüden und Hündinnen.
Wer sich für eine Hündin entschieden hat, wird früher oder später mit der Läufigkeit des Tieres konfrontiert. Die meisten Hündinnen werden zum ersten Mal im Alter zwischen 6 und 14 Monaten läufig. Im Durchschnitt dauert die Läufigkeit etwa 14 Tage. Gerade die letzten Tage, wenn der Ausfluss deutlich nachlässt, sind die fruchtbaren Tage. Gerade dann ist Vorsicht vor ungewollten Paarungen geboten!

Prävention von Läufen

Wer nicht vorhat, mit dem Hund zu züchten, und wer auch keine Lust auf den „Aufwand“ während der Läufigkeit hat, kann sich zur Sterilisation als Maßnahme zur Verhinderung der Läufigkeit entschließen. Die Vor- und Nachteile dieses Eingriffs sind im Folgenden aufgeführt. Zur Klarstellung: Bei einer Sterilisation werden die Eierstöcke und manchmal auch die Gebärmutter entfernt. Eigentlich wäre es also besser, von einer Kastration zu sprechen. Bei einer echten Sterilisation bleiben die Eierstöcke erhalten. Dies wird bei Hunden jedoch nie durchgeführt.

Die „Prikpil“, eine regelmäßig zu verabreichende Injektion gegen die Läufigkeit, wird nicht mehr angewendet. Alle hierfür zugelassenen Präparate wurden vom Markt genommen.

Vor- und Nachteile der Sterilisation

Vorteile:

  • Die Hündin wird nicht mehr läufig.
  • Eine schwere Gebärmutterentzündung, wie sie bei Hündinnen nach der Läufigkeit häufig auftritt, ist nicht mehr möglich.
  • Das Risiko, an Diabetes zu erkranken, ist sehr gering – im Gegensatz zu nicht sterilisierten Hündinnen.
  •  Deutlich geringeres Risiko für Milchdrüsenkrebs (vorausgesetzt, die Sterilisation erfolgt in jüngerem Alter).

 

Nachteile: 

  • Dazu ist eine Bauchoperation erforderlich. Über einen Schnitt im Bauch werden die Eierstöcke und gegebenenfalls die Gebärmutter entfernt. Grundsätzlich birgt jede Operation ein Risiko, doch die Risiken sind sehr gering.
  • Manche Hunde nehmen nach einer Sterilisation an Gewicht zu. Dies lässt sich übrigens ganz einfach verhindern, indem man dem Hund etwas weniger Futter gibt.
  • Der Preis könnte für manche Menschen ein Hindernis darstellen.
  • Bei einem kleinen Prozentsatz der Hündinnen kann es nach der Operation zu Harnverlust kommen. Dies lässt sich übrigens gut behandeln.
  • Die Operation ist unwiderruflich: Der Hund kann nie wieder Welpen bekommen.

Laparoskopische Sterilisation

Heutzutage ist es auch möglich, eine Hündin mittels einer minimalinvasiven Operation (Laparoskopie) zu sterilisieren.
Durch drei kleine Einstiche von etwa 5 mm können wir mit einer Kamera und einigen Instrumenten in den Bauchraum vordringen. Über einen Bildschirm und die Vergrößerung der Kamera erhält der Tierarzt eine gute Sicht, um die Organe und die Gebärmutter beurteilen zu können. Wenn alles in Ordnung ist, werden die Eierstöcke mittels Elektrokauterisation entfernt.

DIE VORTEILE DER LAPAROSKOPISCHEN STERILISATION:

  • Weniger Schmerzen nach der Operation, da kein großer Schnitt erforderlich ist. Außerdem werden die Haltebänder der Eierstöcke nicht gedehnt.
  • Das Risiko einer Wundinfektion ist aufgrund der kleinen Einstichstellen deutlich geringer
  • Geringeres Risiko von Nachblutungen – dies wird sofort mit der Kamera überprüft.
  • Schnellere Genesung und schnellere Rückkehr zur Normalität: Sie werden früher wieder essen können und dürfen bereits einen Tag nach der Operation wieder mehr Bewegung machen.
  • Ein guter Überblick über alle Organe während der Operation.

DIE NACHTEILE DER LAPAROSKOPISCHEN STERILISATION:

  • Stellt der Tierarzt fest, dass die Gebärmutter nicht normal aussieht, ist es notwendig, doch noch auf „klassische“ Weise zu operieren und die gesamte Gebärmutter zu entfernen.
  • Die Kosten sind höher, da spezielle Geräte zum Einsatz kommen.

Einige häufig gestellte Fragen

  • Wann kann mein Hund sterilisiert werden?

Ab 3 Monaten nach der ersten Läufigkeit. Je jünger eine Hündin zum Zeitpunkt der Sterilisation ist, desto geringer ist das Risiko für Milchdrüsentumore und Diabetes im späteren Leben. Sollte Ihre Hündin bereits mehrmals läufig gewesen sein, sollte die Operation am besten 3 Monate nach der Läufigkeit stattfinden.

Für die Operation können Sie telefonisch einen Termin vereinbaren. Sie erhalten eine Broschüre mit den notwendigen Hinweisen zur Operation. Grundsätzlich können Sie Ihren Hund am Tag der Operation morgens bringen und nachmittags wieder abholen.

  • Wird mein Hund nach der Kastration dick?

Das kann zwar vorkommen, aber Sie können selbst Maßnahmen ergreifen, um dies zu verhindern! Aufgrund des veränderten Hormonhaushalts gehen viele Tiere etwas effizienter mit den Kalorien aus ihrem Futter um. Bei unveränderter Futtermenge bleibt ihnen dann Energie übrig, um Fett zu speichern, weshalb solche Tiere an Gewicht zunehmen können. Daher ist es ratsam, nach einer Kastration die Futterration um 10–15 % zu reduzieren!

Jederzeit telefonisch erreichbar unter 0499 - 374 205