MRT
(Magnetresonanztomographie)

Was ist eine MRT?
Die MRT (Magnetresonanztomographie) ist ein bildgebendes Verfahren, das sehr wertvolle Informationen über verschiedene Strukturen im Körper liefern kann, die mit anderen bildgebenden Verfahren (Röntgen, Ultraschall) nicht sichtbar gemacht werden können. Dazu gehören beispielsweise sehr detaillierte Bilder des Gehirns und des Rückenmarks, aber auch von Knorpel, Knochen, verschiedenen Bauchorganen, Bändern und Sehnen in und um Gelenke herum usw. usw. Zudem lässt sich mithilfe der MRT der Unterschied zwischen normalem und erkranktem Gewebe gut erkennen. Und das alles ohne den Einsatz schädlicher Strahlung (wie bei Röntgenaufnahmen und CT-Scans)!
Einfach ausgedrückt funktioniert ein MRT-Scanner wie folgt:
Das Tier wird in ein starkes Magnetfeld gebracht. Dadurch richten sich alle Wasserstoffkerne (die im Grunde genommen auch kleine Magnete sind) im Körper in dieselbe Richtung aus. Durch einen Radiowellenimpuls werden die Kerne kurzzeitig aus dieser Richtung umgelenkt, woraufhin sie wieder in dieselbe Richtung zurückkehren. Dabei senden sie ein kleines Radiosignal aus. Dieses wird von einer spulenförmigen Antenne um den Körper herum aufgefangen und vom Computer in ein Bild umgewandelt. Die Geschwindigkeit, mit der die Wasserstoffkerne in ihre Ausgangsposition zurückkehren, ist gewebeabhängig; so entstehen Kontrastunterschiede zwischen den verschiedenen Geweben, wodurch wir sie auf dem Bild voneinander unterscheiden können.
Von dem zu untersuchenden Körperteil wird eine große Anzahl von Bildern aufgenommen, so als würde er dreidimensional in Scheiben geschnitten. All diese Bilder liefern zusammen eine Fülle von Informationen, die auf keine andere Weise sichtbar gemacht werden können.
Sicherheit
Obwohl die MRT-Technik für Mensch und Tier unbedenklich ist, gibt es dennoch einige Dinge, die zu beachten sind:
Der MRT-Scanner enthält einen sehr starken Magneten. Das bedeutet, dass Sie sich dem Scanner nicht mit einer Armbanduhr (die sofort stehen bleibt), mit Bank- oder Kreditkarten (die sofort gelöscht werden), mit Implantaten im Körper (Herzschrittmacher, Insulinpumpe, künstliches Gelenk usw.) oder mit bestimmten Hörgeräten nähern dürfen – kurz gesagt: wenn Sie Metallgegenstände bei sich tragen, die durch das starke Magnetfeld beeinflusst werden können. In der Praxis bedeutet dies, dass wir Sie bitten werden, sich außerhalb des MRT-Untersuchungsraums aufzuhalten.
Sie können im Wartezimmer warten, natürlich bei einer Tasse Kaffee.
Warum eine MRT-Untersuchung?
Jeder Tierhalter, der mit einem kranken Tier zum Tierarzt geht, interessiert sich im Grunde nur für drei Dinge:
- Was hat er? (Diagnose)
- Wie stehen die Chancen auf eine Genesung? (Prognose)
- Was kann man dagegen tun? (Therapie)
Es liegt auf der Hand, dass die Fragen zwei und drei ohne Diagnose nicht richtig beantwortet werden können.
Es kommt noch sehr häufig vor, dass mit den üblichen Untersuchungsmethoden wie Röntgenaufnahmen und Ultraschall keine eindeutige Diagnose gestellt werden kann. Verletzungen von Bändern und Sehnen, aber auch Erkrankungen des Gehirns und des Rückenmarks sind auf Röntgenbildern und Ultraschallaufnahmen meist nicht erkennbar. Eine MRT liefert dann meist eine Diagnose. Genau wie bei Menschen mit „unverständlichen“ Beschwerden wird bei sehr vielen Tieren erst nach einer MRT eine Diagnose gestellt, woraufhin eine gezielte Behandlung und eine gute Prognose gegeben werden können!
Die Narkose
Wenn Sie bei uns einen Termin für eine MRT-Untersuchung vereinbaren, bedeutet dies, dass Ihr Tier unter Narkose gesetzt werden muss. Während der Untersuchung, die immerhin schnell drei Viertelstunde dauert, darf es sich nämlich absolut nicht bewegen.
Eine gute Vorbereitung auf einen Eingriff unter Narkose beginnt bereits bei Ihnen zu Hause. Am Tag vor der Narkose darf Ihr Tier ab 18:00 Uhr nichts mehr fressen. Wasser ist jedoch erlaubt! Am nächsten Tag kommen Sie zum vereinbarten Zeitpunkt in die Klinik. Bitte gehen Sie vorher noch kurz mit Ihrem Hund Gassi!
Wenn Sie Ihr Haustier zu uns bringen, tun Sie dies in der (berechtigten) Annahme, dass es die bestmögliche medizinische Versorgung erhält. Deshalb wird in jedem Fall immer eine körperliche Untersuchung durchgeführt, bevor das Tier in Narkose versetzt wird. Dabei wird natürlich besonders auf Herz und Lunge geachtet.
Eine körperliche Untersuchung allein deckt jedoch nicht alle möglichen Probleme auf. Daher kann es wichtig sein, eine präanästhetische Blutuntersuchung durchzuführen. Dies kann insbesondere bei älteren Tieren und bei Tieren mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion erforderlich sein. Wenn Sie auf Überweisung eines anderen Tierarztes zu uns kommen, wäre es hilfreich, wenn Sie die Krankengeschichte Ihres Tieres (mit eventuellen Blutuntersuchungsergebnissen und/oder Röntgenaufnahmen) mitbringen würden.
Genau wie in der Humanmedizin sind die Anästhetika in der Tiermedizin sehr sicher. Die Risiken einer Narkose sind für ein gesundes Tier daher minimal. Liegen jedoch (Ihnen und uns unbekannte) Gesundheitsprobleme vor, kann eine Narkose gewisse Probleme mit sich bringen.
Wenn die Untersuchung vor der Narkose keine Auffälligkeiten ergibt, kann unser Team Ihr Tier beruhigt unter Narkose setzen und mit der Untersuchung beginnen. Während der Narkose wird das Tier kontinuierlich überwacht.
Nach Abschluss der Untersuchung wird das Tier aus der Narkose geweckt und darf in der Regel sofort wieder mit nach Hause genommen werden.
Nach der Untersuchung
Sobald die Untersuchung des Tieres abgeschlossen ist, müssen die Ergebnisse und die gewonnenen Bilder ausgewertet werden. Oft kann bereits unmittelbar nach der Untersuchung eine Diagnose gestellt werden. Falls erforderlich, werden die Bilder zur weiteren Beurteilung an Experten auf dem Gebiet der medizinischen Bildgebung weitergeleitet: Dr. I. Gielen und Prof. H. van Bree von der Universität Gent.
Wenn Sie auf Überweisung Ihres eigenen Tierarztes bei uns sind, werden Sie an diesen zurücküberwiesen, und Ihr Tierarzt erhält so schnell wie möglich einen Bericht von uns (per Telefon, Post, Fax oder E-Mail), damit Sie, sobald Sie wieder zu Hause sind, gemeinsam mit ihm/ihr einen Plan für die weitere Behandlung erstellen können.
Sie erhalten eine CD mit allen Aufnahmen der Untersuchung. Selbstverständlich werden alle Daten von uns gespeichert und aufbewahrt.
Syringomyelie
Das Chiari-ähnliche Malformation- und Syringomyelie-Syndrom ist eine Erkrankung, die bei einer Reihe kleiner Hunderassen auftritt. Am bekanntesten ist diese Erkrankung beim Cavalier King Charles Spaniel, da eine große Anzahl von Cavalier-Züchtern ihre Zuchttiere auf diese Anomalie untersuchen lässt. Es steht jedoch außer Frage, dass die Erkrankung bei einer ganzen Reihe von Rassen auftritt, möglicherweise sogar häufiger als beim Cavalier King Charles Spaniel. Zu nennen sind hier Rassen wie Chihuahua, Pomeranian, Petit Griffon, Mops und King Charles Spaniel.
Die Anomalie lässt sich nur mittels MRT diagnostizieren. Derzeit läuft ein umfangreiches Screening-Programm, um die Verbreitung von CM/SM zu erfassen (vorerst nur beim Cavalier).
Durch die konsequente Untersuchung auf diese Anomalie ist in den letzten Jahren ein deutlicher Rückgang der Krankheitsfälle bei Cavaliern mit Stammbaum zu beobachten. Leider gilt dies nicht für die sogenannten „Look-a-likes“, also die Hunde, die ohne Stammbaum als Cavalier verkauft werden.
Hundebesitzer, die ihr(e) Tier(e) untersuchen lassen möchten, können dazu einen Termin vereinbaren. Für das Screening auf CM/SM bieten wir einen stark ermäßigten Tarif an. Die von uns erstellten Aufnahmen werden von Dr. P.J.J. Mandigers, einem Veterinärneurologen, ausgewertet.
Den Zuchtempfehlungsplan können Sie als PDF herunterladen.
Wann eine MRT und wann eine CT?
Bei manchen Problemen ist die MRT die beste Methode, um eine Diagnose zu stellen, bei anderen die CT.
Klicken Sie HIER , um eine Übersicht darüber zu erhalten, welche Untersuchungsmethode am besten geeignet ist.