Erkrankungen der Wirbelsäule

Wir beobachten Wirbelsäulenprobleme bei allen Rassen, von groß bis klein. Die am häufigsten festgestellte Erkrankung ist der Bandscheibenvorfall (HNP). Darüber hinaus treten regelmäßig extradurale oder intramedulläre Tumore, fibrokartilaginäre Embolien, Diskospondylitis oder Hämatome auf.

Patienten mit Wirbelsäulenproblemen weisen häufig Ausfallerscheinungen auf, die von einer leichten Parese bis hin zu einer vollständigen Lähmung reichen. Zudem leiden die Tiere oft unter starken Schmerzen.

Ein Verdacht auf HNP in Verbindung mit Ausfallerscheinungen stellt einen Notfall dar! In jedem Fall muss so schnell wie möglich eine hohe Dosis Methylprednisolonsuccinat (MPS) (z. B. Soludeltacortef) verabreicht werden. Andere Medikamente sind wenig sinnvoll. Als Schmerzmittel KEINE NSAIDs verabreichen: Dies kann in Kombination mit MPS zu schweren Magen- und Darmbeschwerden führen! Es ist wichtig, dass anschließend so schnell wie möglich eine Diagnose gestellt wird, damit gegebenenfalls auch ein chirurgischer Eingriff sofort veranlasst werden kann.

Viele Wirbelsäulenprobleme lassen sich mittels CT diagnostizieren. Es gibt jedoch auch eine ganze Reihe von Erkrankungen, die nur mittels MRT festgestellt werden können.

FALL 2: Milou, eine 4-jährige Briard-Hündin mit akuten, starken Nackenschmerzen

Diese Hündin heulte seit zwei Tagen vor Schmerzen und hielt dabei Kopf und Nacken gesenkt. Jede Bewegung des Nackens war äußerst schmerzhaft. Die neurologische Untersuchung ergab, abgesehen von den Nackenschmerzen, keine Auffälligkeiten.

Milou wurde mit dem Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall überwiesen.
Eine CT-Untersuchung des Halses dieses Hundes ergab keine Diagnose: Das CT-Bild war unauffällig. Daher wurde eine MRT-Untersuchung des Halses durchgeführt, bei der sich der Verdacht des überweisenden Kollegen bestätigte: ein Bandscheibenvorfall im Bereich C6-C7.

Da Milou keine neurologischen Ausfälle aufwies und gut auf die Schmerzbehandlung ansprach, entschied ihr Tierarzt, diesen Bandscheibenvorfall konservativ zu behandeln, woraufhin eine vollständige Genesung eintrat.

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