In einer Pressemitteilung, die am 12. August von der Universität Utrechtveröffentlicht wurde, wurde bekannt gegeben, dass die akute Sterblichkeitsrate bei Kaninchen gestiegen ist. Seit Dezember 2015 gehen landesweit immer mehr Meldungen über solche Fälle ein. Anhand des Krankheitsbildes, der bei den Tieren auftretenden Symptome und der vorliegenden Daten wurde festgestellt, dass es sich hierbei um einen Ausbruch der Kaninchenkrankheit VHD (Viral Hemorrhagic Disease) handelt.
Diese wird durch ein tödliches Virus verursacht, das auch als RHD (Rabbit Hemorrhagic Disease) bekannt ist, wobei es hier jedoch noch weitere Varianten gibt: RHVD (Rabbit Viral Hemorrhagic Disease), VHS (Viral Haemorrhagisch Syndrom) und RCD (Rabbit Calicivirus Disease). Nun hat sich jedoch herausgestellt, dass es sich um eine neue Variante des Virus handelt, die als RHD2-Virus bezeichnet wird.
VHD-/RHD-Virus
Die Krankheit VHD wird durch das sogenannte RHD-Virus verursacht, das für Kaninchen sehr ansteckend und tödlich ist. Dabei kann gleich erwähnt werden, dass es für Sie als Besitzer oder andere Haustiere wie Hunde und Katzen, aber auch für andere Nagetiere und beispielsweise Meerschweinchen ungefährlich ist. Das Virus kann sich durch direkten Kontakt zwischen Kaninchen, aber auch indirekt über Urin und Kot, Futter, (Trink-)Wasser und den Stall selbst verbreiten. Es ist auch gut möglich, dass Sie das Virus indirekt über Hände, Schuhe und Kleidung übertragen. Zudem ist das Virus sehr widerstandsfähig gegen Kälte und Frost, sodass es möglich ist, dass Sie es bereits seit einiger Zeit in sich tragen. Auch stechende Insekten wie Mücken und Flöhe sind häufig die Ursache für die Übertragung.
Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über das Virus, die Symptome und was Sie als Tierhalter tun können.
Ausbruch in den Niederlanden
Die neue Variante des RHD-Virus wurde 2010 erstmals in Frankreich festgestellt, scheint sich aber sechs Jahre später in ganz Europa ausgebreitet zu haben. Derzeit scheint das gesamte Land betroffen zu sein, doch insbesondere in den Provinzen Limburg, Gelderland, Overijssel, Utrecht, Südholland und Groningen verzeichnen wir die höchsten Sterblichkeitsraten. Allerdings liegen nicht für alle Provinzen Zahlen vor. Da die Sterblichkeit sowohl bei Hauskaninchen als auch bei Wildkaninchen auftritt, ist es schwierig festzustellen, um wie viele Tiere es sich handelt. In freier Wildbahn können die Kaninchen nämlich auch unter der Erde an den Folgen des Virus sterben. Dies bedeutet jedoch, dass das Virus auch in der Region Südost-Brabant vorkommen kann.